Gefahrenquelle Kraftstoffe: So sollten brennbare Flüssigkeiten gelagert werden

Bei der Lagerung muss das Brandrisiko bedacht werden - für hochentzündliche Flüssigkeiten wie Kraftstoffe gilt dies in einem besonderen Maße. Vor allem wenn größere Mengen Kraftstoff gelagert werden, muss einiges beachtet werden. Welche Regelungen sind für Lagerbetreiber relevant?
 

Benzin in Tanks lagern: Maximal 1.000 Liter

Die Verordnung über brennbare Flüssigkeiten (VbF) weist Kraftstoffe den Gefahrenklassen AI - AIII zu. Relevant sind hierbei vor allem die Klasse AI, unter die Benzin einzuordnen ist; sowie AIII, welche Dieselkraftstoffen beinhaltet. Die Einteilung wird nach dem sogenannten Flammpunkt vorgenommen, der die tiefste Temperatur der Entzündung kennzeichnet. Aufgrund der geringeren Zündfähigkeit von AIII-Stoffen sind die Sicherheitsvorgaben hier vergleichsweise gering: Oberirdische Tanks dürfen ein maximales Volumen von 1.000 Litern aufweisen. Bei unterirdischen Tanks müssen mindestens 0,8 Meter im Umkreis der Öffnung mit Erde bedeckt sein. Bei der Lagerung von AI-Stoffen wird ein auf Explosionsbeständigkeit geprüfter Tank benötigt, außerdem darf das Gelände nicht für den öffentlichen Verkehr befahrbar sein. Sofern die Lagerung nicht unter die besonderen Regelungen von Flughäfen oder Tankstellen fällt, ist das auch hier eine Lagerung von 1.000 Litern in oberirdischen Tanks erlaubt. Eine Bevorratung in unterirdischen Tanks ist unter gleichen Bedingungen wie bei AIII-Stoffen erlaubt.
 

Kleinmengen in feuerfestem Schrank aufheben

Soll keine Lagerung größerer Mengen stattfinden, gelten abweichende Regelungen: Kraftstoffe dürfen in zerbrechlichen Behältern bis 1 L ohne besondere Schutzvorschriften gelagert werden, bei unzerbrechlichen Behältern beträgt das Maximalvolumen gar 5 L. Die Behälter müssen dabei in einer Auffangeinrichtung gelagert werden, sodass ein Austreten der Flüssigkeit in das Erdreich verhindert werden kann. Ergeben sich aus der Gesamtmenge mehr als 25 L, muss ein feuerfester Schrank nach DIN EN 14470-1 genutzt werden, der eine Widerstandsfähigkeit gegenüber Bränden für mindestens 15 Minuten sicherstellt. Weil eine gänzlich luftdichte Lagerung kaum möglich ist, treten Dämpfe der Kraftstoffe aus. Aus diesem Grund kann sich eine explosionsfähige Atmosphäre bilden, die durch ausreichende Lüftung verhindert werden muss. Weiterhin dürfen sich in der Nähe keine Zündquellen befinden. Außerdem sollten die Lagermitarbeiter auf die besonderen Gefahren hingewiesen werden und möglicherweise eine Schulung erhalten. Der Lagerplatz für Kraftstoffe sollte zudem so gewählt werden, dass er gut zugänglich ist und mögliche Löscharbeiten vereinfacht werden.
 

Für die richtige Belüftung sorgen

Nicht weniger wichtig ist bei der Frage der Lagerung die Haltbarkeit von Kraftstoffen. Ein durch den ADAC durchgeführter Test hat gezeigt, dass unter optimalen Bedingungen eine Lagerung von 25 Jahren unproblematisch sein kann. Allerdings handelte sich um ebenso alte Proben der Kraftstoffsorte "Super Verbleit" wie sie heute nicht mehr erhältlich ist. Die nicht mehr zulässigen Blei- und Schwefelanteile haben möglicherweise einen Einfluss auf Haltbarkeit. Durch die Zufuhr von Sauerstoff verschlechtern sich die Eigenschaften von Kraftstoffen allerdings, weshalb eine lange Lagerung nur in absolut luftdichten Tanks erfolgen darf. Darunter fallen Fahrzeugtanks wegen der Entlüftung ebenso wenig wie Kunststoffkanister. Der Kunststoff "atmet" gewissermaßen und lässt Sauerstoff passieren. Benzin und Diesel stellen auch abgesehen von der Brandgefahr ein großes Risiko für die Umwelt dar. Beide Kraftstoffe sind leicht flüchtig, verdampfen also sehr schnell. Weiterhin sind sie wasserlöslich und auch leichter als Wasser. Dieser Umstand ist insofern relevant, weil sich die beiden Kraftstoffe dadurch erheblich schneller ausbreiten und innerhalb kürzester Zeit eine große Oberfläche bilden. Ist Diesel oder Benzin ausgelaufen, müssen mögliche Zündquellen in jedem Fall ferngehalten werden. Außerdem sollten es Mitarbeiter vermeiden, die Dämpfe einzuatmen. Ein Aufsaugen, wie es bei Ölaustritt üblich ist, erscheint aber kaum sinnvoll: Durch das schnelle Verdunsten verflüchtigt sich die Gefahr von selbst.
 

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